Visionen von Mana wagt 17 Jahre nach dem letzten Teil der Serie einen Neuanfang. Kann es die Balance zwischen Story und Kampfsystem wiederherstellen?
Diese Rezension basiert auf der PC-Version. Sie gilt auch für PS5, XSX und PS4.
Vor- und Nachteile im Überblick
Positiv:
- Fesselndes Kampfsystem mit steigender Komplexität
- Einfallsreiche Bosskämpfe und Kampfsituationen
- Riesige Spielwelten zum Erkunden
Negativ:
- Vorhersehbare Handlung ohne Tiefgang
- Eindimensionale Charaktere ohne Entwicklung
- Belanglose Nebenquests als Lückenfüller
- Umständliche Erkundung und Plattforming-Elemente
Nostalgische Zeitreise mit Schwächen
Visionen von Mana fühlt sich an wie eine Reise in die Vergangenheit. JRPGs waren damals simpel, vorhersehbar, mit Geschichten zum Genießen bis zum Ende. Genauer betrachtet wirkt das Spiel fast zu einfach gestrickt. Glanzmomente gibt es zwar, doch eine Offenbarung darf man von diesem lauen Revival nicht erwarten.
Vorhersehbare Erzählung
Die Story folgt Val, einem Seelenwächter. Er beschützt auserwählte Alme verschiedener Elemente auf ihrer Pilgerreise zum Mana-Baum. Dort sollen sie geopfert werden, um das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen. Ein Prolog zeigt die verheerenden Folgen eines gescheiterten Rituals. Leider bleibt die Handlung dennoch absolut vorhersehbar.
Bunte Welten, fade Nebenaufgaben
Visionen von Mana besticht visuell mit detaillierten, farbenfrohen Umgebungen. Von Wäldern über Wüsten bis zu verschneiten Bergen – die Spielwelt entspricht den Erwartungen an ein JRPG. Massive, halboffene Areale verbinden die Städte. Manche bieten zahlreiche Schätze, andere wirken leer und dienen nur als Trainingsplatz für Kämpfe. Unsichtbare Wände und eingeschränkte Bewegungsfreiheit in Städten behindern leider die Erkundung.
Verpasste Charakterentwicklung
Hinna, die Flammen-Alm und Vals Geliebte, erinnert anfangs an Yuna aus Final Fantasy X. Im Gegensatz zu Yuna entwickeln sich die Charaktere hier jedoch kaum weiter. Jeder Alm hat zwar eine einzigartige Persönlichkeit und einen eigenen Kampfstil, doch ihre Hintergründe bleiben oberflächlich. Morley etwa trägt schwere Schuld am Untergang seines Dorfes. Sein innerer Konflikt wird jedoch nur angerissen – eine verpasste Chance zur Charaktervertiefung.
Kampfsystem als Höhepunkt
Das aktive Kampfsystem macht wirklich Spaß und wird im Spielverlauf immer komplexer. Elementargefäße erweitern die Möglichkeiten und schalten Klassenänderungen frei. Jeder Charakter erhält dadurch einzigartige Fähigkeiten. Val wird beispielsweise zum Tank mit der Mondkugel, Morley zum flinken Ninja.
- Sammle Elementarpunkte zum Freischalten neuer Fähigkeiten
- Experimentiere mit verschiedenen Klassen
- Passe deine Strategie an Gegner und Bosse an
Das Klassensystem ermöglicht vielfältige Herangehensweisen an Kämpfe. Anfangs wirken die Auseinandersetzungen simpel, später erfordern sie mehr Planung. Mit dem aufladbaren Klassenschlag lassen sich verheerende Angriffe ausführen. Trotz verschiedener Schwierigkeitsgrade bleibt die Herausforderung moderat.
Fazit: 28. August 2024
Visionen von Mana fühlt sich an wie ein klassisches JRPG. Die Spielwelt erinnert stark an das SNES-Spiel Secret of Mana. Leider wirkt die Handlung dadurch etwas zu geradlinig. Hätte man der Story ähnlich viel Aufmerksamkeit geschenkt wie den Kämpfen, wäre ein ganz anderes Spiel entstanden. So bleibt ein Ungleichgewicht zwischen spannendem Kampfsystem und blasser Erzählung.
